Mitarbeitermotivation: Einstieg in die Motivation im Unternehmen

Dienst nach Vorschrift, häufige Krankschreibungen, hohe Fluktuation: so sieht demotiviertes Personal aus. Dass das weder Freude noch Produktivität bringt, liegt auf der Hand. Daher gehört die Belegschaft gehegt und gepflegt, damit sie gern zur Arbeit geht und sich entsprechend im Unternehmen investiert. Hier kommt Mitarbeitermotivation ins Spiel. Kein seltener Begriff, doch was bedeutet die Motivation von Mitarbeitern im Kern genau, welche Vorteile bringt es, sich dem Thema aktiv zu widmen und wie kann das aussehen? Wir klären auf.

Definition: Was versteht man grundsätzlich unter „Mitarbeitermotivation“?

Benutzt man einen Begriff sehr häufig, kommt es vor, dass er nicht mehr präzise verwendet wird. Hierfür ist es oft ratsam, sich die eigentliche Definition in Erinnerung zu rufen. Laut dem Wirtschaftslexikon Gabler lauten die Definitionen von Mitarbeitermotivation und Motivation an sich wie folgt:


Motivation

Zustand einer Person, der sie dazu veranlasst, eine bestimmte Handlungsalternative auszuwählen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen und der dafür sorgt, dass diese Person ihr Verhalten hinsichtlich Richtung und Intensität beibehält.

Mitarbeitermotivation

Einflussnahme der Führungskraft bzw. des Unternehmens auf den Mitarbeiter, um diesen zu bewegen, sein Leistungsverhalten und/oder seine Leistungsergebnisse beizubehalten, weiterzuentwickeln oder (grundlegend) zu ändern […].


Interessant ist an dieser Stelle, dass Motivation an sich als Zustand beschrieben wird und Mitarbeitermotivation als etwas, das diesen Zustand verändert. Es handelt sich bei unserem Thema also per definitionem um etwas, das von Führungskräften, Leadern aber auch untereinander im Team aktiv gestaltet werden kann bzw. sollte.

Wie das geht, verraten wir gleich. Zunächst tauchen wir noch etwas tiefer in die Materie, und zwar in eine essentielle Unterscheidung: extrinsische vs. intrinsische Motivation.

Extrinsische Motivation

Ich mache das,
weil es von mir verlangt wird.”

Extrinsische Motivation ist Motivation von außen. In Aussicht gestellte Belohnungen wie auch Strafen sorgen dafür, dass ein gewisses Verhalten verstärkt oder vermieden wird. Klassische Beispiele dafür sind Bonuszahlungen oder Abmahnungen. Um den ein oder anderen Euro mehr zu verdienen, steigern Mitarbeiter ihre Produktivität.

Wobei – Studien zeigen, dass mehr Geld weniger effektiv und zudem kurzfristiger wirkt als Methoden der intrinsischen Motivation. Etwas nur aus dem Grund zu tun, weil es offenbar von einem verlangt wird, scheint nicht sehr motivierend zu wirken. Es führt zu stark situationsabhängiger Motivation und Dienst nach Vorschrift.

In Umfeldern, in denen genau das gefragt ist – routinierte Arbeitsabläufe, bei denen nicht mehr gefordert wird, als den Standard zu erhalten – kann extrinsische Motivation hingegen durchaus sinnvoll sein. Sollen Mitarbeiter dazu angehalten werden die „Extrameile“ auch noch zu gehen, verlaufen sich extrinsische Motivatoren schnell im Sand.


Intrinsische Motivation

Ich mache das,
weil ich will.”

Intrinsische Motivation ist Motivation von innen. Sie kommt vom Mitarbeiter selbst und lässt sich eigentlich auf die Bedeutung der Arbeit für die jeweilige Person herunterbrechen. Es steht nicht nur allgemein im Mittelpunkt, wofür die Arbeit unmittelbar gemacht wird, sondern welchen Sinn und welchen Mehrwert sie bringt, abgesehen von Belohnungen.

Hier wird es jedoch etwas knifflig, denn Lob und Anerkennung und selbst höhere Bezahlung als Beispiele für extrinsische Faktoren können auch in die intrinsische Motivation hineinspielen. Aber statt einer Belohnung für ein bestimmtes Verhalten, stellen diese kontinuierlichen Wertschätzungen vielmehr eine Valorisierung der Person dar. Nach Ansehen und Wertschätzung zu streben ist ein Bedürfnis, das tiefer verankert ist als Bonuszahlungen.

Abgesehen davon, geht die intrinsische Motivation noch viel weiter. Sie entsteht auch durch Faktoren, die zum Teil außerhalb der Handlungsmöglichkeiten des Unternehmens liegen. Intrinsisch motivierte Mitarbeiter sehen in ihrer Arbeit einen Sinn, den es sich lohnt zu verfolgen.

Besonders in kreativen Aufgaben, in denen keine klaren Mittel zum Zweck vorgegeben werden können und neue Wege und Möglichkeiten gefunden werden müssen, ist intrinsische Motivation das Um und Auf. Dienst nach Vorschrift ist für diese Arbeitsstellen tödlich, denn die „Vorschrift“ existiert gar nicht.

Vorteile von & Gründe für aktive Motivation im Unternehmen

Wer motiviert ist, arbeitet besser. Das ist klar. Wie sieht es aber im Detail aus, mit welchen positiven Effekten kann im Unternehmen gerechnet werden, wenn sich aktiv um die Mitarbeitermotivation gekümmert wird? Und warum wird vor allem intrinsische Motivation immer wichtiger? Wir fassen zusammen:

  • höhere Arbeitsleistung
  • höhere Produktivität
  • mehr Kreativität und Innovation
  • weniger Unfälle
  • geringere Fehlzeiten
  • weniger Fluktuation
  • höhere Kundenzufriedenheit

Menschen arbeiten ungern zu dem einzigen Zweck der Lebenserhaltung. Nur dafür zu arbeiten, nicht jeden Groschen zwei Mal umdrehen zu müssen, wirkt hochgradig demotivierend. Um ebengenannte Dinge wie Fluktuation, Fehlzeiten, etc. zu vermeiden, sollten also Mehrwerte geschaffen werden bzw. zum aller Mindesten dafür gesorgt werden, dass das Arbeitsumfeld nicht demoralisierend wirkt.

Warum werden aktive Motivationsmaßnahmen nun immer wichtiger? Nun, aufgrund von größer werdenden Abteilungen, einem höheren Maß an Selbstorganisation im Team und Selbstständigkeit der einzelnen Mitarbeiter verlieren Führungskräfte ihre Rolle als Kontrollinstanz. Es kann rein praktisch nicht mehr so starker Druck ausgeübt werden, um durch Androhungen oder ähnliches extrinsische Motivation zu erzeugen.

Abgesehen von der Logistik sinkt auch die Akzeptanz von Druck und Kontrolle. Menschen, die das Gefühl bekommen, eine Arbeit nur zur Perfektion zu erledigen, um keine Abstrafungen zu riskieren, werden dem Unternehmen nicht lange erhalten bleiben. Das Beispiel erinnert etwas an die Angstkultur, die wir in unserem Beitrag zur Unternehmenskultur unter den Negativbeispielen anführen.

Mitarbeitermotivation messen: Wie motiviert sind Ihre Mitarbeiter?

Ein kleiner thematischer Sprung bringt uns zum Thema, wie Sie die Motivation Ihrer Mitarbeiter messen können. Wenn wir davon ausgehen, dass intrinsische Motivation effektiver wirkt als extrinsische, bedeutet es zu messen, wie zufrieden Ihre Mitarbeiter sind.

In der Praxis kommt man bei solchen Messungen nicht an Mitarbeiterbefragungen herum. Interviews und Fragebögen enthüllen, wie es Ihrem Personal ergeht. Fragenfelder, die dabei abgefragt werden, sind beispielsweise: „Was treibt sie an?“, „Warum arbeiten Sie in diesem Unternehmen?“, „Wie verbunden fühlen Sie sich dem Unternehmen?“

  • Aufs Wesentliche heruntergebrochen: Will man die Mitarbeitermotivation messen, gilt es herauszufinden, was die Angestellten antreibt und in welchem Maß dieser Antrieb im Unternehmen gewährleistet wird.

Motivation im Unternehmen

Studie 2019: Was spornt Mitarbeiter wirklich an?

  • Gutes Arbeitsverhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten
  • Flexible Arbeitszeiten
  • Gutes Verhältnis zu Kollegen, auch über die Arbeit hinaus
  • Getränke kostenlos vom Arbeitsgeber zur Verfügung gestellt
  • Guter Kaffee
  • Viel Teamarbeit
  • Betriebliche Gesundheitsförderung
  • Kleine Aufmerksamkeiten
  • Ansprechende Raumgestaltung von Büros und Besprechungsräumen
  • Pflanzen im Büro

Das hat zumindest ManpowerGroup Deutschland bei ihrer Befragung zur Arbeitsmotivation herausgefunden. Die oben genannten Motivatoren stellen die Top 10 dar und erhielten in der Studie jeweils über 20 % Zustimmung. Beinahe die Hälfte der Befragten wählten das gute Arbeitsverhältnis zum Platz 1.

Geld hingegen scheint tatsächlich eine geringere Rolle zu spielen. Nicht nur kommt außerordentlich gute Bezahlung in den Top 16 gar nicht vor, 77 % bestätigten in der Befragung, dass sie „einen gut bezahlten Beruf, der [sie] langweilt oder stresst“ nicht ausüben wollen würden. Für 64 % sind „nette Kollegen und die Inhalte [der] Arbeit […] wichtiger als ein prall gefülltes Konto am Monatsende“.

Lediglich ein Drittel der Befragten gibt an „schon einmal einen total attraktiven Job abgelehnt [zu haben], weil das Gehalt nicht passte“.

Methoden, um die Motivation bei der Arbeit zu steigern

Zum Thema Mitarbeitermotivation gehört selbstverständlich auch, wie man das nun anstellt. Wie motiviert man Mitarbeiter? In diesem Beitrag fassen wir kurz einige unserer besten Tipps in Schlüsselwörtern zusammen. Um noch detaillierter einzusteigen, empfehlen wir unseren BeitragMitarbeiter motivieren“, den wir Ihnen auch kostenlos als PDF-Download anbieten können.

In ihrer Essenz haben motivierende Methoden alle eines gemeinsam: Sie tragen dazu bei, dass Ihre Leute gerne in die Arbeit gehen. Dazu gehören materielle, immaterielle und Anreize, die sozusagen als Hybride aus den ersten beiden bezeichnet werden könnten. Wir haben uns für eine etwas andere Unterteilung entschieden:

ArbeitsumfeldPersönliche EntwicklungWertschätzung
  • Unternehmenskultur
  • Arbeitsatmosphäre
  • Motivierte Vorbilder
  • Freiere Raum- und Zeiteinteilung
  • Aktivitäten und Teambuilding
  • Teamarbeit
  • Gesunde Snacks und Getränke
  • Angenehme, ergonomische
    Räumlichkeiten und Arbeitsplätze
  • Weiterbildung
  • Förderung
  • Coaching / Mentoring
  • Aussicht auf beruflichen Aufstieg
    bzw. persönliche Zielerfüllung
  • Raum für Potentialentfaltung
  • Sinnhaftigkeit
  • Sport- und Gesundheitsangebote
  • Lob und Anerkennung
  • Feiern von gemeinsamen Erfolgen
  • Konstruktive Feedbackkultur
  • Angemessene Bezahlung
  • Incentives
  • Makro- statt Mikromanagement
  • Vertrauen und selbstständiges Arbeiten
  • Autonomie und Selbstbestimmung

Diese Maßnahmen sind leider allesamt nicht wirksam, solange sie nicht individuell auf die Mitarbeiter zugeschnitten werden. Mindestens 2x jährlich (inkl. kleinerer Gespräche zwischen durch) sollten Sie ein Einzelgespräch anberaumen, um Ihre Angestellten kennenzulernen und Ihnen das Gefühl zu geben, dass Sie einen hohen Wert in der Firma darstellen.


Bildquellen: © fizkes – stock.adobe.com

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