Mitarbeitermotivation: Was motiviert Mitarbeiter am meisten?

Dienst nach Vorschrift, häufige Krankschreibungen, hohe Fluktuation: So sieht demotiviertes Personal aus. Dass das weder Freude noch Produktivität bringt, liegt auf der Hand. Die Belegschaft gehört gehegt und gepflegt, damit sie gern zur Arbeit geht und sich entsprechend im Unternehmen einbringt. Hier kommt Mitarbeitermotivation ins Spiel. Kein seltener Begriff, doch was bedeutet die Motivation von Mitarbeitern genau, welche Vorteile bringt es, sich dem Thema aktiv zu widmen und wie kann das aussehen? Wir klären auf!

Definition: Was ist Mitarbeitermotivation?

Bei der Mitarbeitermotivation geht es darum, Mitarbeiter so zu beeinflussen, dass sich ihre Handlungen, Verhaltensweisen und Einstellungen positiv auf das Unternehmen und die tägliche Arbeit auswirken. Es liegt in der Hand von Führungskräften, Personalern und Co. positive Anreize zu setzen, um die Motivation der Belegschaft zu stärken und somit nachhaltig die Zufriedenheit und Leistungsbereitschaft jedes Einzelnen zu steigern.

Dabei kann Motivation – und somit auch Mitarbeitermotivation – immer in extrinsische und intrinsische Motivation unterteilt werden.

Extrinsische Motivation

Ich mache das, weil es von mir verlangt wird.“

Extrinsische Motivation bezeichnet die Motivation von außen. In Aussicht gestellte Belohnungen wie auch Strafen sorgen dafür, dass ein gewisses Verhalten verstärkt oder vermieden wird. Klassische Beispiele dafür sind Bonuszahlungen oder Abmahnungen.

Studien zeigen allerdings, dass mehr Geld weniger effektiv und zudem kurzfristiger wirkt als Methoden der intrinsischen Motivation. Etwas nur aus dem Grund zu tun, weil es offenbar von einem verlangt wird, wirkt häufig weniger motivierend. Stattdessen führt es zu stark situationsabhängiger Motivation und Dienst nach Vorschrift.

In Umfeldern, in denen genau das gefragt ist – z.B. routinierte Arbeitsabläufe, bei denen nicht mehr gefordert wird, als den Standard zu erhalten – kann extrinsische Motivation hingegen durchaus sinnvoll sein. Sollen Mitarbeiter dazu angehalten werden mehr als nur die Standard-Leistung zu erbringen, so ist extrinsische Motivation allein nicht die richtige Wahl.

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Intrinsische Motivation

Ich mache das,
weil ich will.“

Intrinsische Motivation bezeichnet die Motivation von innen. Sie kommt vom Mitarbeiter selbst und lässt sich auf die Bedeutung der Arbeit für die jeweilige Person herunterbrechen. Im Mittelpunkt stehen der Sinn sowie der Mehrwert der Arbeit anstatt von Belohnungen oder Bestrafungen.

Allerdings können Lob , Anerkennung, höhere Bezahlung und andere extrinsische Faktoren durchaus in die intrinsische Motivation hineinspielen. Denn nach Ansehen und Wertschätzung zu streben ist ein Bedürfnis, das in jedem Menschen tief verankert ist.

Abgesehen davon geht die intrinsische Motivation noch viel weiter. Sie entsteht ebenfalls durch Faktoren, die zum Teil außerhalb der Handlungsmöglichkeiten des Unternehmens liegen. Intrinsisch motivierte Mitarbeiter sehen in ihrer Arbeit einen Sinn, den es sich lohnt zu verfolgen.

Besonders in kreativen Aufgaben, in denen keine klaren Mittel zum Zweck vorgegeben werden können und neue Wege und Möglichkeiten gefunden werden müssen, ist intrinsische Motivation unabdingbar.

Mitarbeiter motivieren: Gründe und Vorteile

Wer motiviert ist, arbeitet besser – soviel ist klar. Wie sieht das aber im Detail aus? Mit welchen positiven Effekten kann im Unternehmen gerechnet werden, wenn sich aktiv um die Mitarbeitermotivation gekümmert wird? Und warum wird vor allem intrinsische Motivation immer wichtiger?

Kurz zusammengefasst – motivierte Mitarbeiter resultieren in:

  • höherer Arbeitsleistung
  • höherer Produktivität
  • mehr Kreativität und Innovation
  • weniger Unfällen
  • geringeren Fehlzeiten
  • weniger Fluktuation
  • höherer Kundenzufriedenheit

Menschen arbeiten ungern zu dem einzigen Zweck der Lebenserhaltung. Nur dafür zu arbeiten, nicht jeden Groschen zwei Mal umdrehen zu müssen, wirkt meist eher demotivierend. Um ebengenannte Dinge wie Fluktuation, Fehlzeiten, etc. zu vermeiden, sollten also Mehrwerte geschaffen und dafür gesorgt werden, dass das Arbeitsumfeld nicht demoralisierend wirkt.

Warum werden aktive Motivationsmaßnahmen nun immer wichtiger? Aufgrund von größer werdenden Abteilungen, einem höheren Maß an Selbstorganisation im Team und Selbstständigkeit der einzelnen Mitarbeiter verlieren Führungskräfte ihre Rolle als Kontrollinstanz. Dadurch kann weit weniger Druck ausgeübt werden, um durch Androhungen, Bestrafungen etc. extrinsische Motivation zu erzeugen.

Abgesehen von dieser logischen Konsequenz sinkt zudem die Akzeptanz von Druck und Kontrolle. Menschen, die das Gefühl bekommen, eine Arbeit nur zu erledigen, um keine Abstrafungen zu riskieren, werden dem Unternehmen nicht lange erhalten bleiben. Genau deshalb ist es viel wichtiger, die intrinsische Motivation durch geeignete Maßnahmen zu fördern.

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Mitarbeitermotivation Studie: Was spornt Mitarbeiter an?

Zahlreiche Studien beschäftigen sich mit der Motivation von Mitarbeitern und wie man sie steigern kann. Eine davon ist der Gallup Engagement Index, der sich jährlich mit dem Status Quo in Sachen Engagement und Motivation am Arbeitsplatz auseinandersetzt. Diesem zufolge gehen jedes Jahr mehrere Milliarden Euro verloren, weil Unternehmen die Wirkung von motivierten Mitarbeitern unterschätzen. Laut Gallup haben weitaus mehr als die Hälfte aller Beschäftigten wenig bis keine emotionale Bindung zu ihrem Arbeitsplatz, was wiederum in geringerer Leistungsbereitschaft und Produktivität resultiert.

Die ManpowerGroup Deutschland wiederum setzte sich in ihrer Studie zur Arbeitsmotivation 2019 konkret damit auseinander, welche Faktoren denn nun Mitarbeiter motivieren. Die folgenden Motivationsfaktoren stellen die TOP 10 dar und erhielten in der Studie jeweils mindestens 20% Zustimmung

  1. Gutes Arbeitsverhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten
  2. Flexible Arbeitszeiten
  3. Gutes Verhältnis zu Kollegen, auch über die Arbeit hinaus
  4. Getränke kostenlos vom Arbeitsgeber zur Verfügung gestellt
  5. Guter Kaffee
  6. Viel Teamarbeit
  7. Betriebliche Gesundheitsförderung
  8. Kleine Aufmerksamkeiten
  9. Ansprechende Raumgestaltung von Büros und Besprechungsräumen
  10. Pflanzen im Büro

Geld hingegen scheint tatsächlich eine geringere Rolle zu spielen. Nicht nur kommt außerordentlich gute Bezahlung in den Top 16 gar nicht vor, 77 % der Befragten bestätigten sogar, dass sie „einen gut bezahlten Beruf, der [sie] langweilt oder stresst“ nicht ausüben wollen würden. Für 64 % sind „nette Kollegen und die Inhalte [der] Arbeit […] wichtiger als ein prall gefülltes Konto am Monatsende“.

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Mitarbeitermotivation steigern: Methoden und Beispiele

Wie motiviert man Mitarbeiter nun also? In ihrer Essenz haben motivierende Methoden alle eines gemeinsam: Sie tragen dazu bei, dass Ihre Belegschaft gerne in die Arbeit geht. Folgende Maßnahmen helfen Ihnen dabei, genau das zu erreichen:

Angenehme Arbeitsatmosphäre

Eine angenehme Arbeitsatmosphäre stellt das psychische Wohlergehen der Mitarbeiter sicher. Jeder sollte sich wohlfühlen und zumindest beruflich miteinander auskommen, sodass eine gute Zusammenarbeit gewährleistet ist. Teil einer guten Arbeitsatmosphäre ist ebenfalls ein geeigneter Arbeitsplatz. Helle Räume, eine ergonomische Büro-Einrichtung sowie Räumlichkeiten für gemeinsame Pausen und Gespräche stehen dabei ganz oben auf der Liste.

Lob und Anerkennung

Lob und Anerkennung stärken das Gefühl der Wertschätzung und sind damit unabdingbar, um die Mitarbeitermotivation zu steigern. Aber Achtung: Setzen Sie Lob immer nur gezielt ein, damit es nicht seinen Wert verliert. Der Abschluss eines großen Projektes bietet zum Beispiel eine ideale Gelegenheit, um sich bei den Beteiligten zu bedanken und Lob auszusprechen.

Verantwortung und Vertrauen

Viele Arbeitnehmer sehnen sich nach mehr Handlungs- und Entscheidungsfreiraum, um Ihre eigenen Ideen gewinnbringend einzusetzen. Sie wollen sich frei entfalten können und über ihre Routineaufgaben hinaus zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Indem Sie Ihren Mitarbeitern Verantwortung übertragen, bringen Sie Ihnen überdies Vertrauen und Wertschätzung entgegen.

Offene Kommunikations- und Feedbackkultur

Allzu oft entstehen Fehler und Unmut aufgrund von mangelnder Kommunikation. Besonders wenn es um neue Aufgabenbereiche o.ä. geht, ist es daher wichtig, die eigenen Erwartungen klar zu kommunizieren und konstruktives Feedback anzubringen. Machen Sie Ihrer Belegschaft klar, dass Fehler durchaus erlaubt sind und eine gute Lernmöglichkeit darstellen.

Wertschätzung

Wertschätzung zeigt sich in vielen unterschiedlichen Dinge, zum Beispiel in der Übertragung von Verantwortung, in einer angemessenen Entlohnung oder im Feiern von Erfolgen. Indem Sie Ihren Mitarbeitern zeigen, dass Sie sie wertschätzen, fühlen sie sich Teil des großen Ganzen und sind eher dazu bereit, auch in Zukunft wieder Großes zu leisten.

Moderner Führungsstil

Eine Top-Down-Führung ist nicht nur wirtschaftlich gesehen nicht mehr zeitgemäß, sondern wirkt sich ebenfalls negativ auf die Motivation des gesamten Teams aus. Schließlich will niemand einen autoritären Vorgesetzen, der nur diktiert. Die Leader von heute gehen auf ihre Mitarbeiter ein und beziehen sie in wichtige Entscheidungsprozesse mit ein. Nicht zuletzt ist es wichtig, dass die Führungskräfte selbst als Vorbild fungieren und dementsprechend optimistisch und motiviert sind.

Monetäre Anreize

Das Gehalt dient zwar nur begrenzt als Motivationsfaktor, trägt aber dennoch zur Gesamtmotivation der Belegschaft bei. Hinzu kommen noch eventuelle Bonuszahlungen bei außergewöhnlichen Leistungen oder Anlässe. Doch immer aufgepasst, denn monetäre Anreize wirken meist nur kurzfristig und sollten immer nur Teil eines umfassenderen Gesamtkonzeptes sein.

Weiterbildung

Vielen Arbeitnehmern ist die Chance auf Entwicklung und Weiterbildung in ihrem Beruf sehr wichtig. Das Gefühl immer an der gleichen Stelle zu treten, frustriert sie und sorgt häufig für Jobwechsel. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern daher auf die individuellen Fähigkeiten und Kompetenzen zugeschnittene Weiterbildungsangebote. Seien es nun interne Schulungen, Tagungen oder ganze Lehrgänge. Weiterbildungsmaßnahmen bringen übrigens nicht nur dem Arbeitnehmer etwas, sondern erweitern zudem das betriebsinterne Know-how.

Flexible Arbeitszeiten

Einheitliche Arbeitszeiten entsprechen nicht mehr der modernen Gesellschaft. Gründe für den Wunsch nach mehr Flexibilität in der Arbeitszeit sind vielfältig. Seien es nun Eltern, die mehr Zeit für ihre Kinder brauchen, Vertreter der Gen Y und Gen Z, die mehr Zeit für Freizeit, Freunde und Hobbies wollen oder auch einfach nur die Möglichkeit, die Arbeitszeit nach dem eigenen Biorhythmus auszurichten. Arbeit und Privatleben lassen sich dank flexibler Arbeitszeiten einfach besser miteinander vereinbaren und die Arbeitsstunden sich produktiver nutzen.

Das Einmaleins der Mitarbeitermotivation

Motivierte Mitarbeiter sind essenziell für den langfristigen Erfolg Ihres Unternehmens. Sie bauen eine emotionale Bindung zu ihrem Arbeitsplatz auf, sehen den Sinn in ihrer Arbeit und sind dadurch bereit mehr zu leisten und produktiv zu arbeiten.

Um Ihnen die Motivation Ihrer Belegschaft zu erleichtern, haben wir hier noch eine zusammenfassende Tabelle mit diversen Anregungen zur Mitarbeitermotivation für sie erstellt. Aber aufgepasst: Diese Maßnahmen sind allesamt nicht wirksam, solange sie nicht individuell auf die Mitarbeiter zugeschnitten werden. Mindestens 2x jährlich (inkl. kleinerer Gespräche zwischendurch) sollten Sie daher ein Einzelgespräch anberaumen, um Ihre Angestellten kennenzulernen und ihnen so ein Gefühl von Wertschätzung entgegenzubringen.

Arbeitsumfeld

  • Unternehmenskultur
  • Arbeitsatmosphäre
  • Motivierte Vorbilder
  • Freiere Raum- und Zeiteinteilung
  • Gemeinsame Aktivitäten und Teambuilding
  • Teamarbeit
  • Gesunde Snacks und Getränke
  • Angenehme, ergonomische
    Räumlichkeiten und Arbeitsplätze

Persönliche Entwicklung

  • Weiterbildung
  • Personalentwicklung
  • Coaching/ Mentoring
  • Aussicht auf beruflichen Aufstieg
    persönliche Zielerfüllung
  • Raum für Potentialentfaltung
  • Sinnhaftigkeit
  • Sport- und Gesundheitsangebote

Wertschätzung

  • Lob und Anerkennung
  • Feiern von gemeinsamen Erfolgen
  • Konstruktive Mitarbeitergespräche
  • Angemessene Bezahlung
  • Incentives
  • Makro- statt Mikromanagement
  • Vertrauen und selbstständiges Arbeiten
  • Autonomie und Selbstbestimmung