Leadership: Was ist ein Leader?

Erfolgreiche Unternehmensführung funktioniert heutzutage anders als früher. Um mit dem stetigen Wandel der Arbeitskultur mithalten zu können, sind auch andere Kompetenzen für Führungspersönlichkeiten gefragt. Immer häufiger ist in diesem Zusammenhang die Rede von Leadership. Wir erklären, was Leadership eigentlich bedeutet und was einen guten Leader ausmacht.

Was ist Leadership? – Eine Definition

Im Prinzip bedeutet das englische Wort Leadership auf Deutsch einfach Führung. Einen Leader daher als Führer zu bezeichnen, ist allerdings nicht ganz treffend. Zum einen, weil das Wort aus rein historischen Gründen im deutschsprachigen Raum etwas ungünstig ist, zum anderen aber auch deshalb, weil ein Leader so viel mehr ist als nur das.

Leadership ist die Fähigkeit, andere Menschen mit der eigenen Vision zu inspirieren und zu motivieren. Dabei zählen freilich nicht nur inspirierende Worte allein. Leader verfügen über gewisse Werte und Überzeugungen und leben diese mit ihrem eigenen Handeln vor. Was für Personen sind also solche Leader?

Was ist ein Leader?

Leader sind Menschen, die anderen Personen ihre Vision vorgeben und sie dazu motivieren, ein Ziel verfolgen zu wollen. Ein Leader kann andere mit seiner Begeisterung anstecken und durch seine eigenen Taten inspirieren. Doch nicht der Weg ist das Ziel, sondern die tatsächlichen Effekte, denn Leader wollen etwas bewegen und echte Veränderungen erreichen.

Nicht selten sind Leader daher charismatische Persönlichkeiten, denen man gerne folgt. Der Ökonom Peter Drucker erklärt, dass Leader sogar immer auch Follower, also Anhänger haben müssen. Dabei gehen sie jedoch nicht autoritär vor! Ganz im Gegenteil: Sie inspirieren andere dazu, selbständig die Ziele und Ideen des Leaders weiterzutragen. Auf diese Weise haben sie einen positiven Einfluss auf das Verhalten ihrer Mitarbeiter und führen sie vorausschauend in die Zukunft.

Was sind Leadership-Kompetenzen?

In der Praxis werden Leader oft mit Managern gleichgesetzt, die beiden sind allerdings sehr verschieden und bringen ganz unterschiedliche Fähigkeiten mit. Was zeichnet einen Leader also aus? In der folgenden Übersicht haben wir die wichtigsten Kompetenzen eines Leaders zusammengefasst.

VisionLeader haben eine Vision und wollen diese umsetzen. Dabei streben sie Verbesserung an und übernehmen Verantwortung. Sie reden nicht nur, sie machen es auch! Leader packen ihre Ziele selbst an und stehen 100%ig dahinter. Der Spruch „Der Weg ist das Ziel“ gilt für sie nicht, denn sie sind an echten Effekten interessiert.
MotivationEin Leader ist aber nicht nur selbst motiviert, sondern versteht es auch, andere ebenfalls für seine Sache zu begeistern. Leader haben es sich zum Ziel gemacht, ihre Mitarbeiter zu inspirieren und ihre Vision mit ihnen zu teilen. Ihre Leidenschaft ist ansteckend und sie scheuen sich nicht davor, Initiative zu ergreifen!
TeambuildingLeadern ist es wichtig, gemeinsam mit anderen Menschen Ziele zu erreichen. Dabei delegieren sie nicht, sondern mobilisieren ihre Mitarbeiter, selbst aktiv zu werden. Dafür ist jedoch ebenfalls eine gewisse Empathie nötig. Denn nur wenn Leader sich in andere hineinversetzen können, schaffen sie es, deren Probleme zu erkennen und echte Lösungen zu finden.
IntegritätEin Leader ist immer ein Vorbild und muss das, was er predigt, auch selbst leben. Wenn Leader selbst begeistert von ihrem Unterfangen sind und mit gutem Beispiel vorangehen, regen sie andere dazu an, es ihnen gleich zu tun. Sie sehen über den Tellerrand hinaus und verfolgen ihre Ziele eigenständig und selbstbestimmt.
RisikobereitschaftEin gewisses Risiko müssen Leader stets in Kauf nehmen. Schließlich streben sie Veränderung an und nehmen Dinge in die Hand, an die andere sich nicht herantrauen. Sie vertrauen in die eigenen Stärken und sind bereit, alte Strukturen zu verlassen und neue Bahnen einzuschlagen.

Leadership im Unterschied zu Management

Der Harvard-Professor John P. Kotter gilt als Erfinder des Begriffs Leadership und hat bereits 1990 in seinem Buch „A Force For Change: How Leadership Differs From Management“ ausführlich über das Konzept geschrieben. Für ihn gibt es einen klaren Unterschied zwischen Managern und Leadern: Manager sind Verwalter, Leader sind Visionäre.

  • Unter Management fallen laut Kotter hauptsächlich administrative Tätigkeiten wie Planen, Organisieren und Kontrollieren.
  • Leadership hingegen soll inspirieren und motivieren und dadurch Kreativität, Innovation und Wandel schaffen.

Unterschied Manager und Leader liegt in der KreativitätHeißt das nun also, dass alle Manager durch Leader ersetzt werden sollten? Auf keinen Fall! Denn Kotter wusste, dass ein erfolgreiches Unternehmen beides braucht – Organisation und Vision. Ein Manager erzeugt Ordnung und Konstanz, ein Leader Wandel und Bewegung. Vor allem in Phasen des Umbruchs ist ein Leader oft die nötige Kraft, die die Mitarbeiter motivieren und zusammenschweißen kann.

Was bedeutet Mitarbeiterführung als Leader?

Leadership-Qualitäten werden immer wichtiger, denn autoritäre Chefs sind heute als Führungspersönlichkeiten nicht mehr gewünscht. Niemand arbeitet schließlich gern unter einer Schreckensherrschaft. Die Devise der Zukunft lautet daher Selbstverwirklichung. Wenn sich Mitarbeiter mit der Vision des Arbeitgebers identifizieren können, arbeiten sie gleich viel motivierter und sind begeisterter bei der Sache.

Viele Unternehmen begehen allerdings den Fehler, Manager und Leader in einer Person vereinen zu wollen. Doch laut Kotter ist es nicht möglich, ein Leader-Manager zu sein. Vielmehr sollten ausgewählte Personen ein Leadership-Training erfahren und so darauf geschult werden, sich zu echten Leadern zu entwickeln.

Leadership-Skills: Diese drei Faktoren sind förderlich

Leader fallen nicht einfach so vom Himmel, obwohl eine gewisse Veranlagung natürlich durchaus von Vorteil ist. Kotter ist aber der Meinung, dass es möglich ist, Personen gezielt in Leadership zu coachen. Dafür sind vor allem drei Faktoren wichtig.

1.      Persönlichkeit

Persönlichkeit ist laut Kotter das Potenzial, das eine Person mitbringt. Diese Eigenschaften können im Unternehmen dann durchaus noch ausgebaut und weiterentwickelt werden. Die Persönlichkeit wird zu einem großen Teil durch die individuellen Erlebnisse der Kindheit geprägt. Wer also bereits eine bestimmte Neigung zum Leader besitzt, ist klar im Vorteil.

2.      Erfahrung

Alle Mitarbeiter haben schon unterschiedliche Erfahrungen gemacht, wenn sie ins Unternehmen kommen. Wer sich etwa bereits früh Herausforderungen stellen musste und Krisen bewältigt hat, ist besonders zum Leader geeignet. Hat die Person außerdem gelernt, ein gesundes Selbstvertrauen aufzubauen, kann sie von diesen Erlebnissen auf jeden Fall profitieren.

3.      Kultur

Wenn bereits ein gewisses Bewusstsein für Leader in der Unternehmenskultur vorhanden ist, können sich Leader besser entfalten. Wird Management besonders belohnt und gefördert, Leadership aber nicht, ist es viel schwieriger, Leader auszubilden.

Digital Leadership: der Weg in die Zukunft

Wer zukunftsorientiert arbeiten will, kommt am Begriff Digital Leadership nicht vorbei. Manchmal als Leadership 4.0 bezeichnet, beschäftigt sich Digital Leadership damit, die Digitalisierung für Zukunftsvisionen zu nutzen. Digital Leader setzen neue Medien und Technologien bewusst ein, um im Unternehmen effizienter zu arbeiten.

Das Unternehmen muss flexibler und agiler gestaltet werden, um sich an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen. Ein Digital Leader braucht daher vor allem Medienkompetenz und Flexibilität, um sich auf die stetig verändernden Strukturen einstellen zu können.

Allein neue Technologien zur Verfügung zu stellen, reicht jedoch nicht aus. Vielmehr geht es darum, Eigenständigkeit zu ermöglichen und zu coachen, sodass eine selbstbestimmte Unternehmenskultur herrscht. Vertrauen, Flexibilität und Kommunikation sind dabei die Grundvoraussetzungen.

Wird Leadership in einem Unternehmen gefördert, können Leader auch hierbei wieder mit gutem Beispiel vorangehen, um das Unternehmen visionär im digitalen Zeitalter zu führen.

 


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