Multiposting: Wie Sie Stellenanzeigen auf mehreren Jobbörsen veröffentlichen

Digitale Recruiting-Kanäle gibt es nicht gerade wenig – in Deutschland mehr als 1.000 Jobbörsen, um genau zu sein. Das sogenannte Multiposting soll den Recruiting-Prozess erleichtern. Wie’s funktioniert, was die Vorteile und Risiken sind und wie Unternehmen die beste Software für Multiposting finden, erklärt dieser Ratgeber.

Definition: Was ist Multiposting bei Stellenanzeigen?

Beim Multiposting wird eine Stellenanzeige auf mehreren Online-Jobbörsen oder auch sozialen Netzwerken gleichzeitig veröffentlicht. Das verläuft entweder mithilfe einer spezialisierten Agentur oder über eine Bewerbermanagement-Software.

In letzterem Fall handelt es sich üblicherweise um Software as a Service (SaaS). Das bedeutet, der Software-Anbieter bietet zusätzlich fachliche Hilfe an und kümmert sich selbst um die technischen Faktoren wie etwa das Hosting.

Gut zu wissen:
Die Anzeige auf mehreren Kanälen gleichzeitig posten und mehr Aufmerksamkeit von potenziellen Bewerbern erlangen: Das ist der Grundgedanke hinter Multiposting.

Was in der Theorie einfach klingt, erfordert in der Praxis ein Auge fürs Detail. Denn ein Unternehmen sollte sich nur dann für einen Multiposting-Anbieter entscheiden, wenn das Angebot individuell gestaltet werden kann. Andernfalls erscheint die Anzeige zwar auf vielen Portalen – doch ob sie dort die richtigen Leute erreicht oder überhaupt angezeigt wird, steht auf einem anderen Blatt.

5 Vorteile von Multiposting: Was bringen Stellenanzeigen-Pakete?

Multipostings von Stellenanzeigen haben viele Vorteile, mit denen so manche Agentur allzu bereitwillig wirbt. Allerdings heißt es hier: genau hinschauen! Im Anschluss finden Sie die 5 größten Vorteile samt kritischer Einordnung.

1. Zeit sparen

Wenn die einmal erstellte Anzeige mit einem Klick auf mehreren Kanälen erscheint, geht das zweifellos schneller, als für jedes Portal ein eigenes Posting zu erstellen. Was den Arbeitsaufwand betrifft, fällt der bei Multiposting also zunächst geringer aus.

Wichtig ist jedoch ebenso die Frage, wie schnell und einfach das Nachbearbeiten geht, d. h. wie unkompliziert die Analytics sind.

2. Höhere Reichweite

Aktuell können Unternehmen ihre Stellenanzeigen bei über 1.500 Jobbörsen in Deutschland veröffentlichen. Das ist eine potenziell riesige Reichweite. Und doch gilt wie so oft: Auf die Qualität kommt es an. Eine Anzeige auf 1.000 Portalen zu schalten, bringt nichts, wenn sie dort nur eine ungeeignete Zielgruppe ausgespielt bekommt oder die Sichtbarkeit gleich Null ist.

Bei der Jobbörsen-Auswahl sollten Unternehmen unbedingt darauf achten, wie viele Stellenanzeigen im Monat publiziert werden und wie hoch die monatlichen Besucherzahlen ausfallen.

3. Günstige Lösung

Im Vergleich ist das Stellenanzeigen-Paket meist günstiger, als mehrere separate Anzeigen zu schalten. Dazu kommt, dass es weniger Arbeitszeit kostet, eine Anzeige für alle Kanäle zu erstellen und manche Jobbörsen sogar völlig kostenlos sind. Klassische Beispiele wären etwa LinkedIn, Xing oder Monster.

Gleichzeitig muss man sagen, dass bei den kostenlosen Portalen deutliche Streuverluste natürlich nicht ausbleiben. Werden also die Faktoren Arbeitszeit und Ergebnis in die Rechnung einbezogen, stellt sich schnell heraus: Das mehrfache Posten ist – mit dem richtigen Anbieter – günstig. Völlig kostenlos kann es jedoch nicht sein.

4. Relevante Bewerber erreichen

Auf den Anbieter kommt es auch an, wenn es darum geht, die richtigen Personen anzusprechen. Individuell angepasstes Multiposting erlaubt es, primär jene Leute zu erreichen, die tatsächlich geeignet und interessiert sind. Mitunter ist es viel sinnvoller, sich nicht zu sehr auf die Generalisten wie Stepstone etc. zu konzentrieren und stattdessen den Fokus auf branchenrelevante (Nischen)Portale zu richten.

5. Benefit für die Bewerber selbst

Die universell eingesetzte Anzeige spart nicht nur dem Unternehmen Zeit, sondern auch den Bewerbern. Statt jedes Jobportal einzeln durchforsten zu müssen, sehen sie das gleiche Inserat unabhängig davon, wo sie suchen. Sehr wichtig ist dabei natürlich, dass die Stellenanzeige einen guten Eindruck hinterlässt –kein Unternehmen möchte durch schlechte Anzeigen in Erinnerung bleiben.

Für viele Arbeitgeber ist das Posten auf mehreren Jobbörsen eine lukrative Angelegenheit, so viel steht fest. Was sehr viel weniger klar ist: Wo macht sich denn nun eine Stellenanzeige am besten? Einige Tipps zur besseren Einschätzung finden Sie im Anschluss.

Stellenbörsen-Vergleich: kostenlos mit LinkedIn-Jobbörse & Co. oder per Agentur?

Grundsätzlich gibt es beim Recruiting über mehrere Kanäle zwei mögliche Wege:

  • kostenloses Multiposting – Die Stellenanzeige wird auf generalistischen Seiten veröffentlicht. Dazu zählen etwa Stepstone, Indeed, der LinkedIn-Stellenmarkt, Monster, Stellenanzeigen.de oder JobScout24.
  • SaaS/Multiposting mit Agentur – Ein spezialisierter Dienstleister hilft bei der Anzeigenerstellung und/oder beim Distribuieren. Damit geht eine Beratung samt individuellem Stellenanzeigenpaket einher.

Multiposting Dienstleister

Wenn das Multiposting kostenlos im Sinne von gebührenfrei sein soll, muss klar sein: Die Anzeige landet dann in den organischen Ergebnissen des Jobportals. Davor stehen also alle Premium-Platzierungen, d. h. die gekauften Anzeigen. Zielgerichteter und langfristig günstiger ist es daher, mit einem spezialisierten Anbieter zu arbeiten.

Vorsicht ist außerdem geboten, was Blackbox-Multiposting betrifft. Hierbei hat das Unternehmen keinerlei Kontrolle darüber, wo die Stellenanzeige veröffentlicht wird. Es ist zudem nicht möglich, nachzuverfolgen, woher die Bewerbungen eigentlich kommen.

Bleibt noch ein letzter Risikofaktor beim ziellosen Massenposting auf verschiedenen Stellenportalen: Duplicate Content. Das kann Folgen für das Suchmaschinenranking haben, denn zumindest Google sieht doppelte Inhalte nicht gern und straft die betreffenden Seiten ab.

Den richtigen Anbieter finden: Tipps zu Multiposting-Software für Bewerbermanagement

Eine Multiposting-Software kann das HR-Management deutlich erleichtern – sofern sie sorgfältig gewählt wird. Dabei helfen diese Kriterien:

  • Kompatibilität

Das Multiposting-Tool muss zu dem System passen, das im Unternehmen bereits für das Bewerbermanagement genutzt wird. Sobald es nötig wird, alles komplett auf das System des Anbieters umzustellen, hält das nur unnötig auf. In so einem Fall heißt es: lieber weitersuchen. Grünes Licht gibt es hingegen, wenn im Unternehmen keine Extra-Software erforderlich ist.

  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Bei der Vielzahl an Jobbörsen ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Das beginnt schon bei der Frage, wo die Stellenanzeige überhaupt publiziert werden soll – und wo nicht. Im Idealfall steht der Software-Anbieter beratend zur Seite oder unterstützt das Unternehmen z. B. durch Lektorat oder Hilfe beim Verfassen des Anzeigentextes.

All diese Faktoren spielen in das Preis-Leistungs-Verhältnis mit hinein. Darüber hinaus sollte das Preismodell des Anbieters möglichst transparent sein: Welche Leistung kostet was? Ist es ein Abo-System oder eine dauerhafte Bindung? Gibt es Rabatt-Optionen?

  • Benutzerfreundlichkeit

Zeitersparnis bedeutet nicht zuletzt, dass die Software leicht zu bedienen ist. Die Bedienoberfläche sollte intuitiv und nicht zu überladen sein – ansonsten geht durch Einschulen etc. mehr Zeit verloren, als letztendlich gespart wird.

  • Analytics-Optionen

Eine Strategiemaßnahme ist immer nur so gut wie die anschließende Analyse. Die Software sollte daher unbedingt Möglichkeiten zur Auswertung bieten: Auf welchen Portalen hat die Stellenanzeige die größte Reichweite? Woher kommen die besten Bewerber?

Nur mit derartigen Analysewerten lässt sich der Prozess beim nächsten Mal weiter optimieren und die Investition hat sich gelohnt.

Multiposting Analyse

  • Individuelle Anpassung

Multiposting hat viel damit zu tun, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. „Richtig“ ist aber relativ und für jedes Unternehmen unterschiedlich. Umso wichtiger ist es, dass die Software individuelle Lösungen ermöglicht. Das können etwa regionale Gesichtspunkte sein, die erreichte Zielgruppe, die Einbindung von Social Media als Recruiting-Kanal usw.

Fazit: Multiposting ist eine individuelle Angelegenheit

Nicht für jedes Unternehmen ist es nötig oder ratsam, Stellenanzeigen auf allen möglichen Kanälen auszuspielen. Wenn beispielsweise pro Jahr nicht mehr als 1-2 Positionen neu besetzt werden, lohnt sich der Aufwand nicht. Geht es jedoch darum, regelmäßig Neuzugänge zu finden und den Aufwand dafür möglichst gering zu halten, wird Multiposting definitiv interessant.

Mit der richtigen Software bzw. dem richtigen Anbieter und den passenden Auswahlkriterien können Unternehmen dann nämlich einiges an Zeit und Geld sparen. Die Devise lautet also: auf die Details achten – und die Möglichkeiten des E-Recruitings clever nutzen!

Bildquellen:

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