Google for Jobs: The Google Job Search Experience

Seit Mai 2019 nun auch in Deutschland gelauncht: Google for Jobs. In unserem Beitrag erfahren alles Wichtige zum Thema:

  • Definition: Eigenschaften und Funktionsweise von Google for Jobs
  • Mehrwert: Suchfunktionen und Vorteile für Arbeitssuchende
  • Umsetzung: Optimierung der eigenen Platzierung innerhalb dem Google Job Box
  • Anleitung: das Google ABC und hilfreiche Tipps für nachhaltigen Erfolg mit Google for Jobs

Google im Online Recruiting: Warum es neue Kanäle braucht.

Wir sind mitten in der Zeit der Digitalisierung – viele Unternehmen, insbesondere HR Abteilungen, versuchen ihren Weg durch diesen Transformationsprozess zu gehen, um die besten Talente zu rekrutieren, einzustellen und langfristig zu binden. Smart Human Resources 4.0 – die Automatisierung des HR – erlaubt es, komplexe und dynamische Prozesse kosten- und zeiteffizienter mittels Big Data, Software und Internet of Things zu gestalten.

Obwohl Online Recruiting kein neuer Begriff ist, gehört das KI-unterstützte Online Recruiting zu einem neueren Trend des letzten Jahres. Gleichzeitig ist der War for Talent auf dem Jobmarkt nicht einfacher geworden. Heutzutage gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, Vakanzen sichtbarer zu gestalten, wie beispielsweise über reichweitenstarke Stellenbörsen.

Die Mehrheit nationaler Unternehmen schreibt ihre offenen Stellen online aus – 60% über soziale Medien und 75% über Stellenbörsen. Die Neueinstellungsrate über diese Kanäle ist jedoch vergleichsweise bei 35% niedrig. Viele Unternehmen klagen über einen unzureichenden Bewerberfunnel.

Personalabteilungen müssen sich mit der Frage beschäftigen, wie sie als Unternehmen sicherstellen, dass geeignete Bewerber auf ihren Stellenmarkt und in ihren Bewerberpool gelangen.

Willkommen in Deutschland, Google for Jobs

Der Internetgigant Google scheint den Bedarf nach einer effizienteren Jobsuche erkannt zu haben. 85% der Suchanfragen im Web beginnen bei Google, auf mobile sind es sogar knapp 99%. Google bringt den entscheidenden Vorteil und die Chance, Jobsuchende mit Jobs zu verknüpfen und somit geeignete Bewerber mit einer Stelle schneller zu verkoppeln.

Mit großer Spannung hat Deutschland das Debüt von Google for Jobs im Mai dieses Jahres erwartet. In den USA wird die Plattform bereits seit mehreren Jahren genutzt. Nun hat sich das Tool auch für den deutschen Markt geöffnet und bietet eine neue Gelegenheit, Stellen auszuschreiben und deren Sichtbarkeit zu erhöhen, um letztendlich Top Talente zu rekrutieren.

Google mischt damit nicht nur bereits existierende Stellenbörsen, wie Indeed und Stepstone, auf, sondern löst lebhafte Diskussionen innerhalb Personalabteilungen deutschlandweit aus.

So funktioniert Google for Jobs

Google for Jobs basiert auf einem praktischen Algorithmus, über welchen die Ergebnisse einer Job-Suchanfrage in einer kompakten Übersicht – in der sogenannten Google Job Box – angezeigt werden. Definitorisch ist Google for Jobs keine eigene Stellenbörse an sich, sondern eine Meta-Suchmaschine, die Stelleninserate von Unternehmen und Stellenbörsen bündelt.

Hierbei bietet Google eine „Helping Hand“ nicht nur für Stellenbörsen, sondern auch für Karriereseiten von Unternehmen direkt, um die Sichtbarkeit und den Traffic zu erhöhen. Wie beispielsweise auch bei der Suche von Flugverbindung via Google, erscheint ein blaues Google Kästchen mit angereicherten Suchergebnissen von bereits existierenden Anbietern und Webseiten. Google vereinfacht so noch einmal mehr die Suche nach offenen Stellen. Das ist ohne Frage vorteilhaft für die Mehrheit der Jobsuchenden, die mit Google ihre Jobsuche anfangen.

Ein Beispiel: Bei der Google Suche „Consulting Jobs in München“ erscheint die folgende Google Job Box:

Google Job Box:

Filterfunktion

  • Kategorie
  • Standort
  • Datum der Veröffentlichung
  • Art
  • Arbeitgeber

Verknüpfungen

  • Google Maps
  • Kununu
  • Glassdoor
  • Stellenbörsen wie XING
  • Webseite des Unternehmens
  • E-Mail-Benachrichtigungen über Gmail

Neben den Ergebnissen der Suchanfrage werden weitere Angaben, welche den Bewerber auf den ersten Blick interessieren könnten, gebündelt angezeigt, u.a. Herkunft der Stellenanzeige, Veröffentlichungsdatum, Standort.

Beim Öffnen einer Anzeige wird die Beschreibung der Stelle geliefert, zusammenhängende Verknüpfungen wie Glassdoor und kununu dargestellt, sowie ein Bewerberlink bei der Karriereseite, welche die Stelle veröffentlicht hat.

Vorteile für Arbeitssuchende:

  • Einfache Übersicht von allen relevanten Jobs gebündelt an einem Ort
  • Doppelte Anzeigen werden erkannt und nur einmal aufgelistet
  • Kostenfrei
  • Such-Algorithmen spart Zeit, die die Bewerber nutzen kann, um eine Bewerbung zu schreiben und einzureichen
  • Für die, die Mobil unterwegs sind gibt es eine responsive Darstellung

Google for Jobs im Unternehmen: Know the ABC

Mit dem Google ABC lernen Sie die wichtigsten Themen und Tricks, wie Sie als Unternehmen von Google for Jobs profitieren. Verschaffen Sie sich dabei eine große Reichweite, in der Ihre Jobs von Ihrer Karriereseite in der sichtbaren Google Job Box landen.

A – Algorithmus für ein optimales Suchergebnis

Da die Veröffentlichung der Stellen auf der eigenen Karriereseite nicht automatisch in der Google Job Box landet, sollte Ihre Karriere-Seite für Google for Jobs entsprechend angepasst werden. Die Stellenanzeigen müssen in strukturierte Daten übersetzt werden, sodass der Google-Algorithmus Ihre Ausschreibung erkennt.

Google liefert eine Anleitung sowie ein Testtool zur Strukturierung der Daten, die es Arbeitgebern ermöglichen, eine Stellenausschreibung für Google for Jobs richtig aufzubauen. Somit können Sie den Inhalt explizit für Google definieren.

Die Suchalgorithmen basieren auf der sogenannten Google Cloud Talent Solution (GCTS), auch Googlebot genannt: ein einzigartiges, KI-unterstütztes Bewerbermanagement Tool, mit dem Ziel, dem Suchenden individualisierte Ergebnisse zu liefern. Die Suchwörter und das Klickverhalten der Arbeitssuchenden werden von den Algorithmen „gelernt“ – so werden zukünftige Suchen eines Nutzers stets optimiert.

B – Bessere Beschreibungen -> Bessere Sichtweite -> Bessere Bewerber

Bisher waren KI-unterstützte Jobsuchen aufgrund des Fokus auf Job-Titel nur teilweise erfolgreich. Dies ist ein allgemeines Problem, da Job-Titel nicht standardisiert sind. Obwohl bei einer allgemeinen Suche immer ähnliche Job-Titel geliefert werden, werden inhaltlich relevante Jobs nicht immer berücksichtigt.

So werden beispielsweise bei der Suche nach „Job im Einzelhandel“ zahlreiche Ergebnisse von Kauffrau/-mann, Verkäufer/in, Vertriebspartner/in bis hin zu Marktleiter/in angezeigt. Die Anforderungen und Tätigkeiten zwischen den verschiedenen Jobs unterscheiden sich jedoch stark.
Der Googlebot versteht und gestaltet die Suche anders, indem die gesuchten Worte in den Stellenbeschreibungen gebündelt und kategorisiert werden.

In der folgenden Abbildung sehen Sie eine Beispielanfrage über den Goolgebot, um auf relevante Stellenausschreibungen zu kommen, die nicht nur auf einen speziellen Job-Titel abzielt:

Source: Google Cloud Platform

Ist Ihre Stellenausschreibungen detailliert und genau beschrieben, werden sie von Google for Jobs sowie von Arbeitssuchenden bevorzugt und weiter oben platziert. Das heißt mehr Reichweite und dementsprechend mehr (erfolgreiche) Bewerbungen, denn passende Arbeitssuchende finden so Ihre Karriereseite schneller.

CLEVIS Tipp: Versuchen Sie Ihre Zielgruppe zu verstehen und nutzen Sie in Ihrer Stellenausschreibung passende Keywords. Hierbei gilt Qualität statt Quantität! Überlegen Sie sich mögliche Schlüsselworte, welche Bewerber bei der Google Suche verwenden können. Achten Sie dabei auf verschiedene Suchmöglichkeiten:

  1. Die Suche nach Standorten (Jobs in Thüringen, Stellenangebote in Bayern)
  2. Die Suche nach Berufs- oder Ausbildungsgruppen (Vertrieb, Manager)
  3. Die Suche nach Unternehmen (BMW Jobs, Porsche Karriere)

Google bietet zudem noch weitere Möglichkeiten, um zu erkennen, wie Nutzer auf Ihre Stellenanzeigen reagieren. Hierfür können Sie Google Analytics oder einen Drittanbieter zur individuellen Analyse verwenden.

C – Crawling

Die spezifischen Eigenschaften eines strukturierten Datenelements werden vom Googlebot nach einer Suchangabe gecrawlt (durchsucht), um relevante Ergebnisse zu finden. Google liefert hierfür eine detailliierte Hilfsseite, die es Arbeitgebern ermöglicht, die Voraussetzungen einer erfolgreichen Stellenausschreibung zu erfüllen.

Voraussetzungen für ein effizientes Googlebot Crawling:

  • Die Webseite oder der Karrieremarkt darf den Googlebot durch eine robots.txt Datei oder Meta-Tag nicht blockieren
  • Hostlast-Einstellungen müssen eine hohe Crawling-Frequenz erlauben
  • Richtlinien von Google müssen eingehalten werden
  • Anstelle von Sitemaps sollen Indexing API genutzt werden

Folgende Eigenschaften sind für Crawling erforderlich:

  • Datum der Veröffentlichung
  • Stellenanzeige im HTML-Format: Hier möglichst detailliert mit relevanten Schlüsselwörtern!
  • Name des Unternehmens, das den Job anbietet
  • Arbeitsort
  • Jobtitel: Hier möglichst standardisiert!

Folgende Eigenschaften werden von Google empfohlen und verbessern das Crawling Ergebnis:

  • Standorte – falls Mitarbeiter die Tätigkeit an mehreren Orten (z.B. per Telearbeit) ausüben können
  • Gehaltsangaben
  • Beschäftigungsart
  • Eindeutige Kennzeichnung oder ID vom Unternehmen
  • Auszeichnung, wenn ausschließlich Telearbeit ausgeübt werden kann

CLEVIS TIPP: GEHALT

Jobs mit Gehaltsangaben sind in den USA bereits sehr beliebt. Obwohl das Gehaltsthema in Deutschland eher als Tabu gesehen wird, ist es von Kandidaten tatsächlich gewünscht, wenn Stellenanzeigen das Gehalt angeben. Bleiben Sie vorne im Trend und integrieren Sie Gehaltsangaben in Ihre Stellenausschreibungen!

Fazit: Google for Jobs sinnvoll nutzen und profitieren

Arbeitgeber sollten die zahlreichen Vorteile von Google for Jobs nutzen, denn der Googlebot bringt Bewerber schneller zur passenden Stelle und bietet dabei viele Vorteile an. Das Ziel von Google ist es, einen schnelleren Bewerbungsprozess zu gestalten und die Google Job Experience stets mit dem KI-unterstützten Googlebot zu verbessern.

Obwohl die Daten auf Ihrer eigenen Karriereseite strukturiert werden müssen, bietet Google bei richtiger Umsetzung (siehe Google ABC!) ein kostenfreies und starkes Tool für Ihren Recruitingprozess.

Und wenn Sie Ihre Karriereseite nicht sofort strukturieren wollen bzw. können, arbeitet Google for Jobs eng mit den Stellenbörsen wie XING, Stepstone und Indeed zusammen. Die über die Stellenbörsen ausgeschrieben Stellen werden so strukturiert, dass diese vom Googlebot gecrawlt und in der Google Job Box platziert werden können.

Somit findet eine größere Menge und vermutlich auch eine passendere Gruppe an Bewerbern Ihre Stellenanzeige.

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