Digital Leadership: Was macht einen guten Digital Leader aus?

Die Digitalisierung hält in alle Bereiche des Lebens Einzug. Auch Unternehmen sind vom digitalen Wandel betroffen und müssen ihre Strukturen und Arbeitsprozesse anpassen. Digital Leadership nimmt sich dieser Thematik an und sorgt für erfolgreiche digitale Transformationsprozesse innerhalb der Organisation. Was Digital Leadership genau ist und was einen guten Digital Leader auszeichnet, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Definition: Was ist Digital Leadership?

Digital Leadership ist ein neuartiger Führungsstil, der sich der digitalen Transformation widmet und diese im Unternehmen durchführt und betreut. Aufgabe des Digital Leaders ist es, …

  • Digitale Tools und Werkzeuge einzusetzen: Digitale Führungskräfte überprüfen neue Technologien auf ihre Nützlichkeit für die jeweilige Organisation, führen sie ggf. ein und sorgen dafür, dass sie bestmöglich genutzt werden. Dazu benötigt es Bereitschaft, Interesse, Flexibilität und Knowhow – Kerneigenschaften, um weitere Bestrebungen in Richtung Digitalisierung anzutreiben.
  • das Unternehmen umzustrukturieren: Das Ziel ist, das Unternehmen gut durch das digitale Zeitalter zu führen, indem Prozesse agiler sowie effizienter werden und auf Veränderungen flexibler eingegangen werden kann.

Diese Art des Leadership definiert Aufgaben und Werkzeuge, die eine Organisation in Zeiten der Digitalisierung braucht, um diese aktiv gestalten zu können. Digital Leaders sind dafür verantwortlich, dass Unternehmen und damit weite Teile der Gesellschaft von wichtigen digitalen Entwicklungen profitieren.

Digitales Zeitalter: Wandel der Arbeitswelt

Aufgrund der stark zunehmenden Digitalisierung in allen Lebensbereichen unterliegt die Arbeitswelt einem stetigen Wandel. Unternehmen werden laufend mit Veränderungen konfrontiert, auf die sie möglichst proaktiv reagieren sollten. So haben viele Betriebe zurzeit beispielsweise mit den Auswirkungen des Coronavirus auf die Arbeitswelt zu kämpfen – doch dazu später mehr.

Kürzere Innovations- und Produktionszyklen

Neue Produkte kommen heutzutage immer noch schneller auf den Markt. Am deutlichsten wird dies im Bereich der Computer und Smartphones. Ein Handy, das heute neu angekündigt wird, entspricht in 1-2 Jahren bereits nicht mehr dem neuesten Stand der Technik und wird überarbeitet. Dies übt auf Unternehmen einen großen Druck aus, da sie mit diesen immer kürzer werdenden Zyklen mithalten müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Veränderungen am Markt

Die Marktsituation ist geprägt durch einen starken Wettbewerb und steigende Globalisierung sowie Internationalisierung. Disruptive Geschäftsmodelle stellen bestehende und etablierte Unternehmen auf die Probe. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, braucht es veränderte und erweiterte Angebote.

Zunehmende Digitalisierung von Arbeitsprozessen

Die Digitalisierung hat sich schon längst in der Arbeitswelt verbreitet und dringt in tieferliegende Schichten eines Unternehmens ein. Produktionsprozesse kommen ohne etwaige Technologien kaum mehr aus. Neue Arbeitsmodelle, wie etwa dezentrales Arbeiten, verlagern Kommunikationswege zunehmend auf Onlinedienste. Unternehmen bleibt nichts anderes mehr übrig, als sich mit digitalen Tools auseinanderzusetzen, um ihre Arbeitsabläufe sicherzustellen.

Einführung neuer Technologien

Die zunehmende Digitalisierung führt zur Einführung neuer Technologien. In vielen Fällen gehen dadurch bestehende Arbeitsplätze verloren, während sich neue entwickeln. Mit den neuen Technologien verändern sich außerdem die Bedürfnisse der Kunden. Neue Geschäftsmodelle und Produkte sind notwendig, um Angebot und Nachfrage aufeinander abzustimmen.

Digital Leaders: Welche Kompetenzen sind notwendig?

Digital Leadership erfordert spezifische Fähigkeiten seitens der Führungskräfte. Kernkompetenzen von Digital Leaders sind:

  • Medien- und Technologiekompetenz:

Als Digital Leader braucht man eine grundlegende Orientierung, was sich am technologischen Markt alles tut. Um kluge Entscheidungen zu treffen und eine Stoßrichtung vorzugeben, müssen neue Technologien zu einer der Prioritäten werden.

  • Offenheit & Innovationsgeist:

Damit der digitale Wandel gelingt, ist es unabdingbar, dass die Führungskraft neuen Technologien gegenüber offen ist. Sie sollte eine Vision haben und die digitale Transformation gerne und aktiv mitgestalten.

  • Entscheidungskompetenz:

Der Digital Leader ist die treibende Kraft im Transformationsprozess. Dieser Prozess bedarf vieler Entscheidungen, die immer ein gewisses Risiko mit sich tragen. Ein Digital Leader zeichnet sich durch die Fähigkeit aus, Entscheidungen bewusst zu Gunsten des Unternehmens zu treffen und hinter diesen Entscheidungen zu stehen.

  • Verständnis von Diversity:

In einem Unternehmen kommen Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergründe zusammen. Jeder dieser Menschen besitzt ein eigenes Wertesystem und ist durch unterschiedliche Erfahrungen geprägt. Es ist wichtig, dass der Digital Leader das Potential hinter Diversity erkennt und für Vernetzung und Organisation innerhalb der Teams sorgt.

  • Geduld & Fingerspitzengefühl:

Die digitale Transformation braucht viel Zeit und Geduld. Eine digitale Führungskraft benötigt ein gewisses Fingerspitzengefühl, um die Mitarbeiter Schritt für Schritt auf den Wandel vorzubereiten und nichts zu überstürzen. Weitere Schlüsselkompetenzen in diesem Zusammenhang sind Empathie und Wertschätzung gegenüber der gesamten Belegschaft.

  • Teamfähigkeit:

Eine digital transformierte oder agile Organisation setzt sich aus vielen selbstständigen und kompetenten Personen in Form variabler Teams zusammen. Damit die Zusammenarbeit gut funktioniert, liegt es an der Führungskraft, den Teamgeist und die Motivation eines jeden Einzelnen zu fördern. Er muss die Teams strukturieren und für eine effektive Arbeitsweise sorgen.

  • Emotionale Intelligenz:

Um Mitarbeiter zu motivieren, anzuleiten und zu koordinieren, braucht es ein hohes Maß an emotionaler Intelligenz. Gepaart mit strukturierter Denkfähigkeit ist Feinfühligkeit das Mittel, um mit einem kompetenten Personal gemeinsam definierte Ziele zu erreichen.

Digital Leadership: SMART und VOPA

Zwei Modelle erleichtern es, Digital Leadership zu verstehen und anzuwenden. Sie geben eine klare Richtung für den digitalen Führungsstil und den Wandel im Unternehmen vor und dienen der groben Orientierung.

SMARTVOPA
  • S –  spezifisch: Ziele sind konkret definiert und jeder weiß genau, was erreicht werden soll.
  • M –  messbar: Die Ziele werden in kleine messbare Einheiten unterteilt. Der Transformationsprozess ist so ständig überwach- und messbar.
  • A –  attraktiv: Der digitale Wandel im Unternehmen lohnt sich für die Mitarbeiter und wird von ihnen akzeptiert.
  • R – realistisch: Die definierten Ziele sind relevant und realistisch zu erreichen.
  • T – terminiert: Damit Aufgaben nicht ins Unendliche laufen, wird vorab ein Zeitrahmen für die Absolvierung der einzelnen Aufgaben und das Erreichen der Ziele definiert. 
  • V – Vernetzung: Sind die Mitarbeiter untereinander gut vernetzt, können sie sich jederzeit austauschen und besser zusammenarbeiten.
  • O – Offenheit: Eine offene Einstellung und Arbeitsweise jedes einzelnen Mitarbeiters garantieren eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
  • P – Partizipation: Top-down-Anweisungen finden beim Digital Leadership keinen Platz. Den Teams wird die Möglichkeit gegeben, eigenständig und kreativ zu arbeiten und ein Mitspracherecht bei Projekten eingeräumt.
  • A – Agilität: Organisationsstrukturen und -abläufe sind agil und flexibel gestaltet. Somit ist es leichter, auf Veränderungen einzugehen und Anpassungen vorzunehmen.

Herausforderung: Digitales Führen in Zeiten von COVID-19

Die COVID-19-Pandemie stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Betriebe werden durch die Forderung nach mehr Home-Office und Kontaktbeschränkungen zu zunehmender Digitalisierung auf allen Ebenen gezwungen. Dies hat auch für den Führungsstil Konsequenzen. Denn spätestens jetzt ist ein Umdenken in Richtung Digital Leadership notwendig.

Unternehmenskultur und Unternehmensziele müssen weiterhin an die Mitarbeiter gebracht und gefördert werden. Persönliche Gespräche sowie Firmenevents fallen aufgrund der aktuellen Auflagen meist komplett aus. Learning-Angebote müssen von nun an digital zur Verfügung gestellt werden – sei es durch Online-Schulungen oder digitalisierten Learning-Content.

Die Kommunikation über Online-Kanäle wird im Zuge dieser Umstrukturierungen immer wichtiger. Die Teams benötigen eine Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und auf dem Laufenden zu halten. Regelmäßige Meetings mit allen Mitarbeitern fördern die Unternehmenskultur und sorgen für ein Gefühl des Miteinanders.

Kurzum: Die dezentralen Teams brauchen Unterstützung von einem Digital Leader, der durch den gekonnten Einsatz technologischer Hilfsmittel den Teamgeist bewahrt und für ein normales Fortlaufen der gewohnten Arbeitstätigkeiten sorgt. Beispiele solcher Tools sind:

  • Microsoft Teams
  • Slack
  • Trello
  • Teampact
  • SharePoint
  • LMS Systeme

Fazit: Veränderung leiten und selbst in die Hand nehmen

Um der Schnelllebigkeit des digitalen Zeitalters gerecht zu werden, benötigt es verschiedene Methoden des agilen Projektmanagements. Durch eine flexiblere Arbeitsweise ist es möglich, effizientere Lösungswege zu finden und auf Veränderungen schnell zu reagieren.

Für die Implementierung von Maßnahmen der digitalen Transformation benötigt es zudem zeitliche und budgetäre Kapazitäten. Dabei spielt sowohl die eigene Arbeit des Leaders als auch die der restlichen Belegschaft eine Rolle. Es sollte genug Zeit eingeplant werden, um neue Dinge auszuprobieren und Prozesse weiterzuentwickeln.

Das bedeutet zwar zunächst viel Arbeit, Geld und Aufwand, schlussendlich wird es sich jedoch lohnen. Ist dieser Prozess bewältigt, bedeutet das aber nicht, dass die Arbeit des Digital Leaders getan ist. Jetzt heißt es, auf dem Laufenden bleiben, keine weiteren nützlichen Entwicklungen verpassen und das Unternehmen jederzeit auf dem aktuellen Stand der Technik halten.

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Übersicht Inhalt:

Definition: Was ist Digital Leadership?
Digitales Zeitalter: Wandel der Arbeitswelt
Digital Leaders: Welche Kompetenzen sind notwendig?
Digital Leadership: SMART und VOPA
Herausforderung: Digitales Führen in Zeiten von COVID-19
Fazit: Veränderung leiten und selbst in die Hand nehmen
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