Bewertungsbogen Vorstellungsgespräch: Formular für Arbeitgeber

Die Vorstellungsgespräche sind vorbei und damit ist die Sache auch schon erledigt – oder? Falsch gedacht! Erst nach den Bewerbungsgesprächen kommt die eigentliche Arbeit. Jetzt geht es darum, die/den Richtige/n für die Stelle auszuwählen. Um die Auswahl etwas leichter zu machen, bietet sich ein Bewertungsbogen für das Vorstellungsgespräch an. Was dieser kann und was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Beurteilungsbogen für das Vorstellungsgespräch – Wofür?

Das Bewerbungsgespräch dient dazu, dass sich Unternehmen und Bewerber kennenlernen und herausfinden, ob sie zueinander passen und eine Zusammenarbeit möglich ist. Dabei erhalten Sie als Unternehmen viele verschiedenen Eindrücke der unterschiedlichen Kandidaten, die es anschließend auszuwerten gilt.

Ein Bewertungsbogen hilft dabei, die Bewerber möglichst objektiv einzuschätzen und miteinander vergleichbar zu machen. Anhand spezifischer im Vorhinein ausgewählter Kriterien schätzen Sie den Kandidaten ein und bewerten ihn. Der Bewertungsbogen soll verhindern, dass Sie vorschnelle Entscheidungen treffen und die Jobsuchenden falsch einschätzen.

Ein solches Formular ist für den Arbeitgeber vor allem dann wichtig, wenn es eine Vielzahl an Kandidaten gibt. Stehen mehrere Vorstellungsgespräche auf dem Plan, passiert es schnell, dass Sie den Überblick verlieren. Die Folge: Sie verwechseln die einzelnen Bewerber und erinnern sich nicht mehr an alle Eigenschaften.

Müssen Sie sich dann am Ende zwischen zwei High Potentials entscheiden, wird das zum Problem. In einer solchen Situation ist es wichtig, so viele Eindrücke wie möglich parat zu haben, um eine fundierte Entscheidung zu treffen. Ein Bewertungsbogen hilft ihnen dabei! Wie dieser im Detail aussieht, sehen wir uns jetzt anhand eines Musters genauer an. Im Anschluss finden Sie weitere Informationen zur Bewertung und gängigen Kriterien.

Beurteilungsbogen als Formular für den Arbeitsgeber

Bewertungsbogen für das Vorstellungsgespräch – Muster

Arbeitet Ihr Unternehmen mit einem Muster, ist es wichtig, dass allen Interviewern das gleiche Formular zur Verfügung gestellt wird. Zudem ist es ratsam, den Beurteilungsbogen für das Vorstellungsgespräch zumindest einmal in der Gruppe durchzugehen. Es ist essenziell, eventuelle Fragen zu klären und sicherzustellen, dass jeder die Kriterien versteht und weiß, worauf zu achten ist.

Prinzipiell können Sie den Bogen während oder nach dem Gespräch ausfüllen. Es empfiehlt sich jedoch in den meisten Fällen, dies während des Gesprächs zu tun, da ansonsten wieder die Gefahr besteht, dass Sie wichtige Aspekte vergessen.

Wir stellen Ihnen hier einen Bewertungsbogen für das Vorstellungsgespräch als Muster bereit. Dieser ist jedoch eher allgemein gehalten. Je nach Position und Branche müssen Sie diesen noch weiter anpassen.

Bewerber bewerten – Kriterien

Die Auswahl der Kriterien richtet sich zum Teil nach der jeweiligen Branche und Position. Bei Führungskräften erwartet man sich beispielsweise andere Eigenschaften und Fähigkeiten als bei Software-Entwicklern.

Unabhängig davon, ist es jedoch wichtig, den Jobsuchenden nicht rein auf seine Qualifikationen und Fähigkeiten zu reduzieren. Auch das persönliche Auftreten sowie die Charaktereigenschaften sind wichtig, um einzuschätzen, ob Arbeitgeber und Arbeitnehmer zueinander passen.

Beurteilungsbogen Vorstellungsgespräch

Bewerten Sie die Kandidaten nicht nur anhand eines Punkte- oder Notensystems. Halten Sie zudem zumindest stichwortartig ein paar Gedanken zur Person fest und untermauern Sie so Ihre Bewertung. Dies ist wichtig, um im Nachhinein die Beurteilung nachvollziehen und im anschließenden Gespräch mit den Kollegen argumentieren zu können.

Setzen Sie die Messlatte auf keinen Fall zu hoch an. Das bringt weder Ihnen noch dem Bewerber etwas und endet nur in schlechter Stimmung. Gehen Sie auf den potenziellen neuen Mitarbeiter ein und versuchen Sie auch abseits der Kriterien ein erfolgreiches Bewerbungsgespräch zu führen. Lassen Sie auf jeden Fall Platz für weitere Notizen, wo Sie etwaige Eindrücke festhalten.

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetzt (AGG) ist oftmals lediglich beim Schreiben der Stellenanzeige präsent. In Wahrheit sollte dieses Gesetz jedoch während des gesamten Recruitingsprozesses sowie bei der Auswertung der Vorstellungsgespräche und Einschätzung der Bewerber berücksichtigt werden. Des Weiteren stellt das AGG die Grundlage eines wertschätzenden Arbeitsverhältnisses dar.

Ziel dieses Gesetzes ist es, die Diskriminierung gewisser Personengruppen zu verhindern. Für das Vorstellungsgespräch bedeutet dies konkret, dass folgende Eigenschaften einer Person NICHT als Bewertungsgrundlage herangezogen werden dürfen:

  • ethnische Herkunft
  • Geschlecht
  • Religion
  • Weltanschauung
  • Behinderung
  • Alter
  • sexuelle Identität

Missachten Sie das AGG, so ist das nicht allein aus moralischer Perspektive bedenklich. Im schlimmsten Fall kann es zu Klagen seitens der abgewiesenen Bewerber und infolgedessen zu hohen Schadensersatzforderungen kommen. Dies schadet Ihrem Unternehmen nicht nur finanziell, sondern wirkt sich auch negativ auf das Employer Branding aus.  Halten Sie sich deshalb an das AGG und konzentrieren Sie sich auf die wirklich wichtigen Eigenschaften und Fähigkeiten der Bewerber.

Hier erfüllt der Beurteilungsbogen einen besonderen Zweck. Indem Sie genau festhalten, aufgrund welcher Kriterien Sie Zu- bzw. Absagen im Recruitingprozess vornehmen, wird Ihre Entscheidung nachvollziehbar. So ist genauestens einsehbar, dass Sie sich an das AGG halten und Ihre Entscheidung abseits dieser fragwürdigen Kriterien gefällt wurde.

Fazit

Das Bewerbungsgespräch stellt Bewerber und Unternehmen auf eine Probe. Passen Sie zueinander und ist ein zukünftiges Arbeitsverhältnis möglich? Ein Bewertungsbogen für das Vorstellungsgespräch stellt dabei ein Hilfsmittel für Recruiter dar. Er hilft dabei, die Kandidaten besser einzuschätzen und möglichst objektiv zu beurteilen. Wählen Sie die Kriterien sorgfältig aus und achten Sie dabei immer auf das AGG. So steht der erfolgreichen Kandidatensuche nichts mehr im Weg.

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