Gen Z? Alles was Sie über Generation Z wissen sollten

Dieses Jahr (2019) werden die ältesten unter ihnen etwa um die 20 Jahre alt und treffen damit nach und nach auf dem Arbeitsmarkt ein. Die Rede ist von der Generation Z, lässig abgekürzt auch meist unter Gen Z bekannt. In diesem Beitrag werden wir ein wenig generation thinking1) betreiben und den ab Mitte der 90er-Jahre Geborenen ein bisschen auf den Zahn fühlen.

Wer, wann, hä? Generationen X, Y & Z

Wie man schnell bemerkt, wenn man sich ein bisschen mit Generationenforschung auseinandersetzt, ist die klare Abgrenzung zwischen verschiedenen Generationen nicht einfach bis unmöglich. Sowohl, was ihre Charakteristika als auch die exakten Jahrgänge betrifft, ist nicht immer klar zuzuordnen, wer nun welcher Generation angehört.

Side note:

Dass sich das so schwierig gestaltet, hängt vor allem auch damit zusammen, dass sich die Entwicklung nicht überall gleich verhält. In den USA, wo diesbezügliche Forschung meist seinen Ursprung hat, setzen solche Entwicklungen üblicherweise früher ein als etwa in Mitteleuropa.

An dieser Stelle sei außerdem erwähnt, dass sich diese Parameter nur auf die „westliche Welt“ anwenden lassen und auch hier nicht auf alle Länder gleichermaßen. Das Gros der Menschen gleicher Jahrgänge tickt oft von Land zu Land sehr unterschiedlich.

Lange Rede – kurzer Sinn. Wir versuchen es trotzdem:

  • (Lost Generation, Greatest Generation, Silent Generation: erste Hälfte des 20. Jahrhunderts)
  • Baby Boomers: 50er und 60er
  • Generation X: späte 60er und frühe 80er
  • Generation Y: 80er und 90er
  • Generation Z: späte 90er und 00er

Zur Schwierigkeit, die Generationen abzugrenzen, gesellt sich die Schwierigkeit, dass diese Generationen keine homogenen Gruppen darstellen. Zwei Angehörige derselben Gruppe können trotz allem sehr unterschiedliche Werte und Meinungen vertreten. Stichwort: Intragenerationenvarianz.

Dennoch gehen aus Studien und Befragungen gewisse Mittelwerte und Grundmuster hervor, in denen Unterschiede zwischen den Generationen ausgemacht werden können. Stichwort: Intergenerationendifferenz, woraus sich handfeste Generationenkonflikte entwickeln können.

So viel zur Schwierigkeit, die Generationen klar zu unterteilen.

Konsequenz des Ganzen ist unter anderem, dass vereinzelt die Gen Z nicht mal als eigene Generation, sondern als Untergruppe der Generation Y gesehen wird. So etwas wie späte Millennials sozusagen. Welche der Jahrgänge in den 2010er-Jahren noch zur Gen Z zählen, ist genauso wenig klar.

Damit unser Beitrag an dieser Stelle aber nicht zu Ende sein muss, einigen wir uns kurzerhand auf die Jahrgänge zwischen 2000 und 2012 – zirka natürlich.

Was genau macht die Gen Z aus?

Generationen sind immer ein Produkt aus den Umständen, die in ihrer Zeit herrschen. Nach den 90er-Jahren Geborene sind in eine Welt hineingeboren, die ohne Internetverbindung und diverse Devices nicht mehr auskommt. Sie bewegen sich wie keine andere Personengruppe im Netz und integrieren das Smartphone vollständig in ihre Lebenswelt.

Die Generation Z kommuniziert anders

Da das Internet zu einem großen Teil zur Kommunikation verwendet wird, verändert sich in dieser Generation die Art und Weise, wie man sich in Kontakt setzt und wo man Informationen bezieht. Bei Social Media begonnen bis hin zum Phänomen, dass die junge Generation nicht mehr so stark zwischen virtuellem und realem Kontakt unterscheidet.

Das ist aber nur ein kleiner Aspekt dessen, was die Gen Z prägt. Versuchen wir das ein bisschen bündiger zusammenzufassen.

Millennials vs. Gen Z: Worin unterscheiden sich Y + Z?

Zwischen Generation Y und Z besteht ein fließender Übergang – zumindest was die jahreszahlenmäßige Grenze betrifft. Wenn wir uns nur auf ihre Einstellung und Verhaltensweisen konzentrieren, können wir folgende Unterschiede zwischen Millennials und Gen Z ausmachen:

Millennials

Generation Z

• Leistungsorientiert

• Sinnsuche in der Arbeit

• Persönliche Weiterentwicklung wichtig

• Identifikation mit und Loyalität dem Unternehmen gegenüber

• Flexible(r) Arbeitszeit und -ort

• Work-Life-Blending

• Gut vernetzte Teamplayer

• Legen Wert auf sichere Arbeitsstelle

• Klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit

• Persönliche Entwicklung definiert sich nicht über die Arbeitsstelle

• Weniger Identifikation mit dem Unternehmen

• Onlineprofis

Wie unschwer zu erkennen ist, haben wir uns bei dieser Gegenüberstellung auf die Perspektive der Arbeitswelt konzentriert. Sehen wir uns doch direkt genauer an, was in puncto Arbeit in Verbindung mit der Gen Z zu wissen ist.

Die Generation Z & die Arbeit: Darauf stellt sich die Arbeitswelt ein

Wenn nun nach und nach die Generation der heute 20-Jährigen und Jüngeren in die Arbeitswelt einzusteigen versucht, macht das ein Umdenken in den HR-Abteilungen in puncto Recruiting und Mitarbeiterführung notwendig. 20-jährige (künftige) Fachkräfte finden sich auf anderen Wegen als 30- bis 40-Jährige und lassen sich auch durch andere Anreize für das Unternehmen gewinnen und behalten.

Ganz generell wird es in Zukunft wichtig, sich um die Gen Z besonders zu bemühen. Aufgrund der geringeren Geburtenrate in diesen Jahrgängen wird es in Zukunft den vielbeschworenen Fachkräftemangel geben, wodurch sich die Bittstellerrolle vom Arbeitnehmer auf die Unternehmen verlagert. Wie findet man unter den Talenten der Gen Z nun das richtige fürs Unternehmen?

  1. Andere Rekrutierungskanäle nutzen
  2. Um Bewerber wie um Kunden werben
  3. Employer Branding verbessern
  4. Demokratisierung der Unternehmensstruktur
  5. Trennung von Arbeit und Freizeit ermöglichen
  6. Möglichkeiten zum Ausgleich bieten
  7. Stabiles, lukratives Arbeitsumfeld bieten
  8. Angenehmes Arbeitsklima schaffen

Das ist selbstverständlich eine Aufzählung ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Ob die von Ihnen ausfindig gemachten Talente genau auf diese Dinge Wert legen, kann außerdem nicht garantiert werden. Sicher ist, dass in den HR-Abteilungen künftig verschiedene Generationen mit verschiedenen Ansprüchen an die Arbeitsstelle zu managen sind.

Sieht man sich bei Personalbindungsmaßnahmen die Bedürfnisse der Mitarbeiter im Einzelnen an und verlässt sich nicht auf irgendwelche Prognosen, wird man auf jeden Fall eher ans Ziel kommen. Pauschallösungen für alle Mitarbeiter werden in Zukunft womöglich nicht mehr greifen.

Was kommt nach der Gen Z?

Kaum wird die Gen Z langsam erwachsen, stellen sich viele bereits die Frage, was wohl nach ihr kommt. Bevor die meisten Mitglieder der neuen Generation überhaupt geboren sind, stellt sich für Marketingabteilungen bereits die Frage nach der nächsten Zielgruppe, die bestmöglich angesprochen werden soll.

Da manche Individuen dieser Generation teilweise noch nicht einmal das Licht der Welt erblickt haben, ist es schwierig, den entsprechenden prägenden Charakter der Generation zu definieren. Eine Antwort auf die Frage, was nach der Gen Z kommt, scheint es aber dennoch zu geben.

Einige Quellen sprechen von der „Generation Alpha“, andere von der „Generation E“, was sich von der Mobilitätssparte ableitet. Alpha soll die noch weiter gesteigerte Wichtigkeit des Individuums bezeichnen. Bis dato aber alles noch reine Spekulation. Wer weiß, ob die Kinder von morgen überhaupt diese Wege einschlagen werden.

Die Gen Z: eine selffulfilling prophecy?

Während fleißig analysiert, befragt und definiert wird, was denn nun die Gen Z ausmacht, hört man von anderer Seite Worte der Warnung. Schließt man gar voreilige Schlüsse über eine Generation, die sich noch gar nicht wirklich selbst durch eigene Verhaltensmuster und Werte hervortun und profilieren konnte, riskiert man eine selffulfilling prophecy.

Definitionen über und Angebote für Angehörige der Gen Z werden zu stark propagiert und steuern so die Entwicklung der betroffenen Generation, sodass sich die Prognose quasi von selbst bestätigt. Vorerst ist es also wahrscheinlich erstmal an der Zeit, die 2019 etwa 7- bis 20-Jährigen sich entfalten zu lassen und sie zu beobachten.

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1) Unter generation thinking versteht man eine Methode, bei der man versucht, sich in die betreffende Generation hineinzuversetzen, um sie als Zielgruppe besser verstehen und abholen zu können.


Bilder:

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