In vielen Ausschreibungen für HR-Software werden Angebote formal korrekt eingeholt, aber die eigentliche Bewertung der Anbieter bleibt jedoch unscharf. Persönliche Eindrücke aus Demos, einzelne Feature-Highlights oder Preisscheiben dominieren, während zentrale Fragen zu Passung, Integrationsfähigkeit und Umsetzungsstärke zu wenig gewichtet werden.
Nach Erfahrung von CLEVIS ist eine tragfähige Anbieterbewertung vor allem eine Frage der Struktur: Klare Ziele, ein sauberer Anforderungskatalog, definierte Bewertungskriterien und eine konsequent angewendete Bewertungsmatrix. Im Folgenden erläutern wir die wichtigsten Aspekte zur richtigen Bewertung von HR-Software-Anbietern.
HR-Transformation strukturiert umsetzen

Wir unterstützen Unternehmen bei der Umsetzung von HR-Transformationen – von Implementierungsbegleitung und Betriebskonzepten bis zu Change-Management, Training und Hypercare.
Fazit: Struktur statt Bauchgefühl
Neutral betrachtet besteht eine „richtige“ Anbieterbewertung in einer Ausschreibung aus drei Elementen:
- Klare fachliche Basis:
HR-Zielbild, Scope, Anforderungskatalog - Transparente Bewertungslogik:
definierte Kriterien, Gewichtungen, strukturierte Bewertungsbögen - Konsequente Anwendung im Auswahlprozess:
von der Marktsichtung über Demos bis zur Entscheidungsmatrix
Wo Unternehmen diese Schritte konsequent gehen, wird aus der Frage „Wer war im Termin am überzeugendsten?“ eine tragfähige Entscheidung: fachlich, technisch und wirtschaftlich begründet und damit anschlussfähig an die nächsten Phasen der HR-Digitalisierung.
Häufig gestellte Fragen
In der Praxis hat sich ein zweistufiges Vorgehen bewährt: Longlist mit ca. 6–10 Anbietern, um den Markt breit zu sichten. Und dann eine Shortlist mit 2–4 Anbietern, die anhand des Anforderungskatalogs ausgewählt werden.
Der Preis sollte ein wichtiges, aber nie das einzige Kriterium sein. In vielen Projekten liegt der Preisblock bei etwa 15–25 % Gewichtung in der Bewertungsmatrix. Entscheidender ist die Gesamtpassung aus Fachlichkeit, Integration, Umsetzungsstärke und Total Cost of Ownership über mehrere Jahre.
Eine einfache Matrix lohnt sich bereits, sobald:mehr als zwei Anbieter im Spiel sind, mehrere Stakeholder (HR, IT, Betriebsrat, Fachbereiche) beteiligt sind oder die Entscheidung langfristige Auswirkungen auf die HR-IT-Landschaft hat.
Ja, aber mit klarer Rolle: IT bewertet vor allem Architektur, Sicherheit, Integration und Betrieb. Betriebsrat bringt Anforderungen zu Transparenz, Mitbestimmung und Mitarbeitendensicht ein.

