Best of Breed oder Suite? Genau an dieser Frage entscheiden sich heute die Weichen für eine moderne, skalierbare HR-IT-Landschaft. In CLEVIS-Projekten sehen wir immer wieder: Viele Unternehmen unterschätzen die Tragweite dieser Entscheidung – und stehen später vor Integrationsaufwand, Dateninkonsistenzen oder Limitierungen in der Weiterentwicklung. Während Best-of-Breed-Architekturen maximale Flexibilität und Funktionstiefe bieten, punkten Suite-Lösungen mit Einfachheit, Standardisierung und einem durchgängigen Datenmodell.
Welche Strategie richtig ist, hängt stark von Unternehmensgröße, internationaler Komplexität, HR-Reifegrad und Zukunftsambitionen ab. Der folgende Artikel ordnet beide Ansätze fachlich ein, zeigt typische Einsatzszenarien aus der Praxis und beschreibt, wie Unternehmen eine fundierte strategische Entscheidung treffen können.
Definition und fachliche Einordnung von Best-of-Breed, Suite, Full Suite und Third Party
Best-of-Breed bezeichnet den Ansatz, für jeden Geschäftsbereich die jeweils beste spezialisierte Softwarelösung zu wählen und diese zu einem individuellen Gesamtsystem zu kombinieren. Die einzelnen Lösungen stammen häufig von verschiedenen Drittanbietern (third party) und werden gezielt auf die spezifischen Anforderungen des Unternehmens abgestimmt. Dieser Ansatz wird besonders eingesetzt, wenn eine hohe Funktionstiefe und individuelle Anpassung in bestimmten Bereichen erforderlich sind.
Im Gegensatz dazu steht das Suite-Modell, bei dem eine integrierte Gesamtlösung verwendet wird, die mehrere Funktionen oder Module aus einer Hand vereint. Bei einer Full Suite – auch als Best-of-Suite oder Integrated Suite bezeichnet – sind sämtliche wesentlichen Geschäftsprozesse in einer Plattform zusammengefasst, was zu einer einheitlichen Datenbasis, einer konsistenten Benutzeroberfläche und geringeren Integrationsaufwänden führen kann. Eine Talent Suite bezeichnet speziell im HR-Kontext eine integrierte Lösung, die verschiedene HR-Prozesse (wie Recruiting, Onboarding, Talentmanagement) abdeckt.
Typische Kernunterschiede zwischen den beiden Ansätzen liegen in Flexibilität und Spezialisierung auf der einen sowie Integration und Vereinfachung auf der anderen Seite:
| Best-of-Breed | Suite |
| höchste Spezialisierung | zentrale Lösung aus einer Hand |
| individuelle Anpassung | geringere Spezialisierung der einzelnen Module |
| Nutzung mehrerer third party Anbieter | weniger Schnittstellen |
| erhöhter Integrations- und Verwaltungsaufwand | vereinfachte Implementierung |
Diese Ansätze lassen sich nach Unternehmensgröße und HR-Reifegrad einordnen: Während kleinere Unternehmen und solche mit standardisierten Anforderungen oft von einer Suite profitieren, wählen Unternehmen mit komplexen, wachsenden oder internationalisierten Strukturen häufiger Best-of-Breed, um spezielle Anforderungen zu adressieren. Der Grad der internationalen Aktivität und der vorhandene Ressourcen für Systemintegration beeinflussen die Wahl zusätzlich. Bei Bedarf an hoher Innovationsgeschwindigkeit oder speziellen lokalen Anforderungen, insbesondere bei multinationalen Unternehmen, kann Best-of-Breed in Kombination mit einzelnen Suiten oder third party Komponenten eingesetzt werden.
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Fazit
Ob Best of Breed oder Suite die bessere Wahl ist, hängt nicht von Trends oder Anbietern ab – sondern von Struktur, Ambition und Reifegrad des Unternehmens. In der CLEVIS-Praxis zeigt sich: Kleinere Unternehmen profitieren oft von der Einfachheit einer Suite, während größere Organisationen mit spezialisierten Anforderungen eher zu Best-of-Breed greifen. Entscheidend ist eine saubere Anforderungsanalyse, ein realistisches Integrationskonzept und ein klares Zielbild für die HR-IT-Landschaft. Hybride Strategien gewinnen an Bedeutung, weil sie Flexibilität und Integration kombinieren. Unternehmen, die strukturiert vorgehen, schaffen damit eine skalierbare, zukunftsfähige HR-IT-Architektur, die Effizienz, Transparenz und Nutzerfreundlichkeit messbar steigert.
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Häufig gestellte Fragen
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Eine Best-of-Breed-Strategie ist sinnvoll, wenn spezifische Anforderungen mit hoher Funktionstiefe abgebildet werden sollen oder Innovationen in einzelnen HR-Bereichen gefragt sind. Suite-Lösungen eignen sich vor allem, wenn integrierte Abläufe, zentrale Steuerung und eine einheitliche Systemlandschaft im Vordergrund stehen.
Best-of-Breed ermöglicht eine starke Individualisierung durch den gezielten Einsatz spezialisierter Drittanbieter-Tools, erfordert jedoch einen erhöhten Integrationsaufwand. Suite-Lösungen bieten standardisierte Abläufe und eine zentrale Datenbasis, sind aber weniger flexibel bei der Anpassung einzelner Module.
Die Unternehmensgröße beeinflusst die Strategie erheblich: Startups und kleine Unternehmen profitieren oft von flexiblen, leicht implementierbaren Lösungen, während größere Unternehmen mit komplexen, internationalen Anforderungen häufig skalierbare, integrierte Suiten oder hybride Ansätze benötigen.
Fehler entstehen häufig durch eine Fehleinschätzung der benötigten Skalierbarkeit, des Integrationsaufwands oder durch eine nicht an die jeweilige Unternehmensphase angepasste Auswahl der Lösung.
In hybriden Modellen ist eine gezielte Integration sicherzustellen, um Datensilos und ineffiziente Prozesse zu vermeiden, sowie die Kompatibilität zwischen den eingesetzten Lösungen zu gewährleisten.
Die Nutzung von Suite-Lösungen führt meist zu einer stärkeren Bindung an einen einzelnen Anbieter, während Best-of-Breed-Strategien mehr Unabhängigkeit aber auch einen aufwändigeren Wechsel oder Austausch einzelner Komponenten ermöglichen.
Hoher Standardisierungsgrad und stabile Prozesse sprechen für Suite-Lösungen, während hoher Innovationsbedarf und lokal unterschiedliche Anforderungen oft für einen Best-of-Breed-Ansatz sprechen.




